Von:
Dieter Wittenborn
In intensivem Gespräch bleiben die beiden Freundinnen nach dem Seniorennachmittag vor dem Schaukasten der Kirchengemeinde stehen und lesen den ausgehängten Terminplan der nächsten Woche. „Du! Hast Du das gesehen? Da wird zu ZA-ZEN Meditation vor dem Gottesdienst eingeladen“, macht die Jüngere ihre Freundin aufmerksam. „Denen ist wohl selbst in der Kirche alles egal und gleichgültig, dass sie jedem x-beliebigen Modetrend nachlaufen“, entrüstet sich die Ältere der beiden.
Und dann bemerken sie, dass unter der Woche zudem noch Taji- Formen und Kochen sowie T’AI CHI Körperbalance und CIGONG ebenfalls im Gemeindehaus angeboten werden. Darauf wollen sie den Pastor beim nächsten Treffen ansprechen. Ich kann die beiden Damen gut verstehen, wenn sie sich erst einmal dagegen sträuben, dass es uns nicht gleichgütig sein kann, was mit unserem christlichen Glauben alles in Verbindung gebracht wird.
Hatte die evangelische Kirche doch unlängst mit dem Slogan geworben: „Evangelisch aus gutem Grund“. Also: evangelisch, alles andere als x-beliebig. Mir fiel ein, dass ich kürzlich die Werbeanzeige einer Autofirma gelesen habe: „Nicht länger x-beliebig. Schon x-mal hat Citroën seine Modellbezeichnungen geändert. Wie in den zwanziger Jahren sollen Citroën-Autos künftig wieder das C plus einer Zahl im Namen tragen.“ Zwar steht hier das „C“ für eine Automarke, aber sollten wir Christen nicht auch ebenso markenbewusst sein und unser „C“ eindeutiger in den Blickpunkt stellen? So wie es auch im Schaukasten zu lesen war: „Christliche Sterbebgleitung des Hospizvereins“ oder das Angebot „Christliche Familienfreizeit in den Sommerferien“. So wünsche ich mir meine Kirche - alles andere als x-beliebig.